Samstag, 9. Juli 2011

Boston, Massachusetts (Juni 2011)

Die Vorfreude war groß. Am Sonntag, den 19. Juni war es dann auch soweit. Einen Tag nach der letzten Meisterschaftspartie gegen Union Katsdorf und der anschließenden Abschlussfeier machten wir (Dorli&Moe) uns auf den Weg Richtung USA. Der Flug ging von Wien über London nach Boston. Die Flugzeit betrug so in etwa 6 Stunden (London-Boston). Davor hatten wir noch 4 Stunden Aufenthalt in London und einen gemütlichen 2 Stundenflug von Wien nach London Heathrow.

In Boston angekommen, bekamen wir es gleich mit der Immigration zu tun. Ein überaus netter Polizist stellte uns ein paar Fragen zum Aufenthalt. Nichts dramatisches. Doris übernahm diesen Part bravorös. Ich war für ihn nicht so interessant, durfte leider nichts erzählen. Der Flirt zwischen den beiden dauerte ca. 4 Minuten, dann ließ er uns weiterziehn.

Mit dem Taxi gings dann in die Boston Downtown zum Hotel. Bei der Bezahlung der Taxifahrt passierte uns gleich das erste Malheur - 10 Dollar zuviel Trinkgeld, hehe falsch umgerechnet ;) .. Das Umrechnen sollten wir aber noch lernen. Das Hotel in Boston bekam von uns eine Schulnote 3-. (Das Bett war eindeutig zu klein, die Luft zum Schlafen "ungeeignet")

Am ersten Abend marschierten wir noch ins Little Italy von Boston. Ein Pub stach uns gleich ins Auge. 2 Cider später war es Zeit fürs Betthupfal. Zwar waren wir sehr geschlaucht, konnten aber trotzdem nicht lange schlafen. JETLAG - PFUUUII.

Am frühen Montag-Morgen spazierten wir zuerst gemütlich durch die Bostner Innenstadt. Es war immerhin erst 6 Uhr. Da machten wir auch schon Bekanntschaft mit dem amerikanischen Frühstück. 6:30 am. und schon soviele Fragen, die man beantworten muss. Die unterschiedlichen Varianten waren mir am Anfang garnicht bewusst. Ich habe halt das bestellt, was ich verstanden habe, man möchte ja nicht der "Jerk" in der Schlange sein, der sich alles erklären lässt ;)

Die Bagel-Station befand sich gleich in der Nähe der Trinity Church. 2 Blöcke weiter gings dann über die Commonwealth Avenue Richtung Public Garden und Boston Common. Eine wunderschöne Allee und zwei herrliche Freizeitparks mitten in Boston. Diese wurden auch intensiv von den heimischen Läufern in Anspruch genommen.

Public Garden ist auf jeden Fall sehenswert. Kleine, süße "squirrel" kreuzen ohne Scheu deine Wege, Sportler machen ihre Gymnastikübungen und im kleinen Teich schwimmen die Enten.

"Disco Duck - quack, quack"

Apropos Enten: Um 9:30 am. startete unsere Duck Tour. (See Boston by land and by sea in a World War II amphibious landing vehicle)

Die Tour war genial. Sie dauerte ca. 90 Minuten und man bekam einen guten Überblick von der Hauptstadt Massachusetts, auch vom Charles River konnten wir die Bostoner Skyline bewundern.
Also wenn man Boston besucht, gehört diese Tour einfach dazu. Weitere Must-See's sind auf jeden Fall der Quincy Market, der Freedom Trail, Beacon Hill sowie der legendäre Fenway Park, aber dazu später mehr.

Nach der Duck Tour nahmen wir die U-Bahn Richtung North End. Das U-Bahn Netz von Boston ist nicht so riesig, man findet sich leicht zurecht. New York ist da schon ein wenig schwieriger ;)
Eigentlich per Zufall landeten wir vor dem Stadion der Boston Celtics und der Bruins (Basketball bzw. Eishockey). Geil, weil die Bruins die aktuellen Eishockey-Champions sind und den Stanley Cup nach Boston holten. Die ganze Stadt, öffentliche Institutionen und Firmen gratulierten mit riesigen Bannern dem Team - Ein Penner sah meine Freude in den Augen und bot uns prompt an, für einen Dollar ein Foto vor dem Stadion zu machen. Coole Aktion!

Den ersten amerikanischen Burger verspeiste ich in einem Restaurant am Qunicy Market. Der Burger war sowas von delicous, zur Vorspeise bekamen wir von der netten Bedienung gratis Nachos und ein großes Glas Wasser hingestellt. Das Wasser bekommst du wirklich in allen Restaurants, aber die Nachos sind wirklich eine feine Geste.
Nach dem Essen gingen wir noch kurz durch den Quincy Market, schauten uns noch kurz den Hafen und ein paar Touristenattraktionen an. Dann aber ein kleiner Einbruch, die Müdigkeit machte sich am frühen Nachmittag bemerkbar. Kein Problem, wir gingen aufs Zimmer und machten dort eine kleine Siesta.

LETS GO RED SOX!!

Es war das absolute Highlight in Boston. Ein Heimspiel der Red Sox im Fenway Park. Klingt vielleicht für manche unspektakulär, jedoch ist der Fenway Park das älteste Baseballstadion und mit den Red Sox konnten wir außerdem eines der besten Teams der World Series begutachten.
Das Spiel begann um 7:10 pm. und war um ca. 11:00 pm. zu Ende. Der Marsch vom Hotel zum Stadion war angenehm zu bewältigen. Es war auch eine gute Gelegenheit, die Menschen zu beobachten: Fast jeder Einheimische präsentierte irgendein Red Sox Fan-Utensil, die meisten ein Kapperl u. ein T-Shirt. Es war einfach ein geiles Gefühl, man glaubte die ganze Stadt lebt für Ihr Baseballteam. Der Zusammenhalt und der Stolz haben dort noch einen ganz anderen Stellenwert. Vom Patriotismus ist hier noch gar keine Rede ..

Zum Spiel:
Anfangs kämpften wir mit den Baseballregeln. Das Spiel plätscherte ein wenig an uns vorbei. Nach dem 3. Inning war ich schon mittendrin statt nur dabei. Dorli kämpfte weiter, sie gab auf und beschränkte sich ausschließlich aufs Essen und Trinken. Achja die Verpflegung im Stadion war VOM FEINSTEN. Hotdogs, Popcorn, Nuts,

Für die meisten Amis ist so ein Baseballspiel ein klassischer Familienausflug. Die kleinen Kinder bekommen nur wenig vom Spiel mit, werden aber immer wieder erfolgreich durch das ständige Essen ruhiggestellt.
Der Patriotismus bzw. der Stolz für den Verein wird Ihnen auch ständig eingeimpft. Sei es die Nationalhymne vor dem Match, die immer wiederholenden Melodien in den Pausen oder die Ehrung von amerikanischen Soldaten. Du kommst nicht aus ;)

Fazit:
Boston ist etwas für kulturbewusste USA-Touristen und Sportfanatiker. Die Stadt hat wirklich viel zu bieten. Sie hat mMn einen leichten europäischen Touch (von den Gebäuden her vergleichbar mit England oder Irland). Leider konnten wir uns in Boston nur eineinhalb Tage aufhalten, ich wäre sehr gerne länger geblieben, aber es rufte die Stadt die niemals schläft ...

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